00:05
Januar 1931. Berlin liegt unter einer dicken Schneedecke. Vor den Türen des Kinos Mercedes-Palast. An der Hermannstraße ist es klirrend kalt.
00:15
Hinter den Türen ist das schnell vergessen. Eine Tango-Kapelle steht auf der Bühne. Danach beginnt dann das Hauptprogramm. Ein Liebesdrama in den Tiroler Alpen soll heute Abend über die große Kinoleinwand flimmern.
00:28
Niemand im Saal ahnt, dass gleich jemand stirbt. Platzanweiserin Bertha Radtke steigt mit den Tageseinnahmen die Treppe zum Büro des Kinochefs hinauf. Es brennt Licht, die Tür ist nur angelehnt.
00:42
Als Bertha das Büro betritt, fällt ihr zuerst die Unordnung auf. Die Schubladen und der Tresor stehen offen. Geld liegt verstreut auf dem Schreibtisch. Dann entdeckt sie ihren Chef.
00:54
Ein Schrei zerreißt die Stille, noch bevor Bertha begreift, dass er aus ihrer eigenen Kehle kommt. Sie stürzt aus dem Büro, die Treppe hinunter, hinter die Bühne. Ein Arzt! Wir brauchen einen Arzt!
01:08
Zu spät. Während im Kinosaal das Programm unbeirrt weiterläuft, liegt Geschäftsführer Ernst Schmoller tot in seinem Büro. Ein Schuss ins Herz.
01:20
Musik
01:26
Achtung, Achtung! Hier ist die Sendestelle Berlin mit Crime History. Historische Verbrechen aus Berlin und Brandenburg.
01:41
Hallo, schön, dass ihr reinhört. Ich bin Jana Falkenstein.
01:44
Und ich bin Florian Prokop. Und wir beginnen unsere Geschichte wenige Minuten vor dem Mord. Es ist Dienstagabend, der 20. Januar 1931. Im Mercedes-Palast an der Hermannstraße läuft die letzte Vorstellung des Tages. Gegen 21.30 Uhr werden wie immer die Kassen geschlossen. Die Kassiererin Therese Mött und Alice Krögler machen Kassensturz.
02:07
Sie zählen die Einnahmen der drei Tagesvorstellungen, insgesamt über 1200 Mark in Silbermünzen und Geldschein. Und mit diesem Geld steigen sie dann die Treppe zum Büro des Geschäftsführers hinauf. Ernst Schmoller erwartet sie bereits, wie jeden Abend.
02:23
Die Kassiererinnen geben die Einnahmen ab. Sie halten ein kurzes Pläuschchen mit dem Chef. Soweit alles Routine. Und gegen 21.40 Uhr verlassen sie das Büro. Die beiden Frauen haben keine Ahnung, dass sie die Letzten sind, die Ernst Schmoller lebend sehen.
02:39
Nur etwa fünf Minuten später, gegen 21.45 Uhr, macht sich Bertha Radtke auf den Weg ins Büro. Die Platzanweiserin, von der ihr gerade schon gehört habt. Der kürzeste Weg zum Chef führt über den Hinterhof des Kinos. Später in ihrer Vernehmung beschreibt sie den Moment, kurz bevor sie das Büro betritt.
03:01
Als ich durch eine der Notausgangstüren auf den Hof hinausging, hörte ich einen Knall, der vielleicht von einem Schusse herrühren konnte. Ich war im Moment etwas erschrocken, glaubte dann aber, dass jemand eine Tür kräftig zugeschlagen hätte.
03:16
Oben im Büro entdeckt sie ihren Chef leblos hinterm Schreibtisch. Sie rennt sofort wieder raus nach unten und holt zwei Kolleginnen aus der Garderobe.
03:24
Und ich will nochmal betonen, sie findet ihn fünf Minuten, nachdem die anderen beiden Kassiererinnen oben waren. Also vor fünf Minuten war Ernst Schmoller noch quick lebendig. Gerade mal fünf Minuten hatte der Täter Zeit, ihn zu erschießen und abzuhauen. Das ist entweder pures Glück.
03:42
Oder ein sogenannter Inside-Job. Also, es stehen jetzt drei Frauen im Büro des Geschäftsführers und das Bild, das sich ihnen bietet, ist im Polizeibericht auch genau festgehalten. Schmoller liegt, ich zitiere, völlig ausgestreckt, die Bauchseite und das Gesicht dem Erdboden zugewendet hinter dem Schreibtisch. Sein Stuhl ist umgekippt und die Lehne liegt am Boden.
04:04
Und dann passiert etwas, das die späteren Ermittlungen nicht unbedingt erleichtern wird. Als sie Ernst Schmoller unter vereinten Kräften auf den Rücken drehen, sehen die Frauen das Einschussloch in seiner Brust nicht. Sie glauben, er hatte einen Herzinfarkt.
04:20
Es kommen immer mehr Angestellte in das kleine Büro und sie rufen genau deswegen auch nicht die Polizei, sondern einen Arzt. Macht ja Sinn, aber. Der lässt allerdings Ernst Schmoller vom Boden auf den Schreibtisch heben, um ihn besser untersuchen zu können.
04:35
Ja, nachvollziehbar bei einem Herzinfarkt, aber für eine Mordermittlung natürlich eine völlige Katastrophe. Der Original-Tatort ist damit unwiederbringlich zerstört. Um 22.40 Uhr, also eine Stunde nach der Tat, rückt die Mordkommission endlich an. Angeführt von Kriminalkommissar Johannes Müller, Spitzname, Achtung, Leichenmüller.
04:58
Regina, schön, dass du auch wieder dabei bist. Du kennst natürlich Leichenmüller und deswegen kannst du uns auch sagen als Kriminalhistorikerin, wie kam er denn zu diesem Spitznamen?
05:08
Ja, hallo, ich grüße euch erstmal. Ja, Leichenmüller, also das war vielleicht zu mir eine Anekdote, die mehr oder weniger auf einem Zufall beruhte. Also Johannes Müller hatte wohl das Talent, immer wenn sie irgendwo eine Leiche suchten, besonders im Wald. Leichenmüller hat wohl ein paar Mal gesagt, da, da muss die Leiche sein. Und sie war auch tatsächlich da. Und schwupps hat man einen Spitznamen weg, nämlich Leichenmüller.
05:35
Hat mal jemand drüber nachgedacht, warum der wusste, warum der lag?
05:38
Naja, ich will ihm nichts unterstellen. Verschwörungstheorie. Ja, habe ich auch schon mal drüber nachgedacht, aber kommt man heute leider nicht mehr so richtig dahinter.
05:47
Vielleicht können wir auch noch über den Tatort sprechen. In dem Fall jetzt nicht Schmollers Büro, sondern der Mercedes-Palast an sich. Das ist ja wirklich was Außergewöhnliches. Der Mercedes-Palast war im Ortsteil Neukölln in der Hermannstraße, 214 bis 216. Das ist...
06:03
U-Bahnhof Bodinstraße. Genau, U-Bahnhof Bodinstraße. Da ist heute eine Einkaufspassage mit Kick und McGuiz. Dahinter ist das Jobcenter. Also von dem alten Flair ist nicht mehr so viel übrig. Was kannst du uns über dieses Kino erzählen, Regina?
06:18
Ja, der Mercedes-Palast an der Hermannstraße war wirklich damals etwas ganz Besonderes. Es soll angeblich das größte Kino in Europa gewesen sein, immerhin 2800 Plätze. Das ist ja ziemlich viel für ein ganz normales Kino. Und es war besonders luxuriös, groß und großzügig gebaut. Er hat einen fantastischen Innenraum, der wirklich absolut luxuriös ausgestattet war mit einer ganz tollen Decke.
06:50
Also innen war eine Kuppel, da war in der Mitte eine Lampe, eine Art Kronleuchter und da gingen an die blauen Decke so kleine Lampen ab. Also das sah aus wie ein Sternenhimmel. Der Mercedes-Benz, der war schon wirklich etwas ganz Besonderes und auch sein Programm war besonders.
07:08
Inwiefern?
07:10
Naja, es fing immer an mit einem Varieté-Programm, das auch relativ lange dauerte, immer so halbe Stunde, 40 Minuten. Das war natürlich nichts Besonderes. Okay, das hatten alle Kinos, aber der Mercedes-Palast bemühte sich immer darum, ganz spezielle, besondere Künstler zu engagieren, die besonders gut waren. Ja, und dann gab es eben die Wochenschau und dann den Hauptfilm.
07:32
Und es gab eine Orgel.
07:34
Die Orgel, ja, die Orgel, die ist natürlich absolut, danke Jana, dass du mich erinnerst, die hätte ich jetzt fast vergessen, aber diese Orgel, die war etwas ganz Besonderes, die war, also vom Klang her war die einfach einmalig in Berlin und also die meisten Stummfilme, die wurden ja mit Orgelmusik gerade in diesem Kino begleitet, manchmal war es auch einfach nur in kleineren Kinos einfache Klaviermusik, manchmal auch ganze Orchester und Ja, und da gab es richtige Shows mit dieser Orgel, nämlich außerdem noch mit Lichteffekten, die dann diese Orgel oder auch den Innenraum und den Vorhang beleuchteten.
08:13
Also das war schon was ganz Besonderes. Also wer da Organist war, der musste schon echt gut sein und der konnte was auf sich halten. Ja, der Organist, der wird uns noch beschäftigen.
08:25
Musik
08:28
Also in diesem riesen Kinopalast wird im Januar 1931 während der Vorstellung ein Mann, der Kinochef, ermordet. Und die Angestellten haben ziemlich ungeschickt den Tatort durcheinander gebracht.
08:40
Und da nützt einem auch der beste Spitzname nicht. Jetzt muss Leichenmüller sehen, was er aus den Spuren, die noch da sind, rauslesen kann. Deswegen lässt er zuerst auch die Leiche zurücklegen, so wie man sie ursprünglich gefunden hat.
08:52
Naja, soweit sich die Zeugen daran noch erinnern. Es werden Fotos vom Tatort gemacht, blenden wir euch jetzt auch ein, dann habt ihr mal eine Vorstellung, wie dieses Büro aussah. Für die, die uns nur hören, es ist relativ spartanisch eingerichtet, also von dem Luxus im Zuschauersaal ist da nicht viel zu sehen. Ein Schreibtisch, ein kleiner Beistelltisch, ein Fenster, ein Stuhl, viel mehr ist es nicht. Und jetzt beginnt die Spusi mit ihrer Arbeit.
09:17
Die Spurensicherung Spusi. Jana, nicht jede und nicht jeder, der uns hört, hat seit 20 Jahren so eine mittelschwere True Crime Sucht wie du.
09:25
Die Spurensicherung stellt fest, dass zwei Schüsse abgegeben wurden. Der tödliche Schuss, der in Schmollers Brust landete und neben der Türklinke an der Ausgangstür befindet sich ein weiteres Einschussloch. Man findet auch die dazugehörigen Patronenhülsen.
09:40
Aber was man nicht findet, die kompletten Tageseinnahmen. Es fehlen also 210 Mark von den Einnahmen, die die zwei Kassiererinnen abgeliefert hatten. Und es fehlt ein Beutel mit 600 Mark aus dem Tresor.
09:53
Leichenmüller fragt sich, was für ein Mensch traut sich, in einem vollbesetzten Kino einen Mord zu begehen? Und ist das Motiv wirklich so offensichtlich? Ging es mal wieder ums Geld? Oder könnte es doch persönlicher sein?
10:08
Das Opfer ist jedenfalls Ernst Schmoller. Der ist 49 Jahre alt, wohnt in der Oderstraße 48 in Neukölln, ist in zweiter Ehe verheiratet und genau das sorgt auch für Gerede. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratet er nämlich sein Dienstmädchen. Und fünf Monate nach der Hochzeit kommt auch das gemeinsame Kind zur Welt.
10:28
Warte, ich rechne mal nach.
10:30
Sekunde noch.
10:32
Die hatten Sex vor der Ehe.
10:35
Die Mordkommission vernimmt dann diverse Bekannte und Angehörige des Opfers und einige stellen ihm wirklich kein besonders gutes Charakterzeugnis aus. Es gibt so einen Kneipenwirt, der sagt der Polizei folgendes. Er gehörte zu denjenigen Personen, die, trotzdem sie verheiratet sind, sich sehr gern und oft mit anderen Frauen einlassen.
10:55
In mein Lokal kam er oftmals mit fremden Frauen und er bat mich verschiedentlich, ihm ein Alibi zu beschaffen, als ich bei Anruf seiner Frau dieser sagen sollte, er wäre noch im Lokal anwesend gewesen, während er in Wirklichkeit viel früher mit den jeweiligen Damen fortgegangen war. Es ist ein Riesensatz, interessante Zeitform auch. Plusquamperfekt 7 oder so.
11:15
Das wäre fortgegangen gewesen, glaube ich. Kommissar Müller findet heraus, Schmoller hatte außereheliche Verhältnisse mit mindestens zwei seiner Angestellten. Zwei jungen Platzanweiserinnen aus dem Mercedes-Palast.
11:29
Und eine der beiden soll einen extrem eifersüchtigen Ex-Verlobten haben. Der landet also sofort ganz oben auf Leichen Müllers Verdächtigenliste.
11:39
Aber der Ex mit dem fragilen Ego ist keineswegs der Einzige, der mörderischen Groll auf den Kinochef gehabt haben könnte. Filmvorführer Willi Schulz zum Beispiel, ehemaliger Filmvorführer, er hat sich über die Arbeitsbedingungen im Mercedes-Palast beschwert, versucht einen Betriebsrat zu gründen und was macht man mit solchen Leuten? Damals, man entlässt sie.
12:01
Und danach soll sich Schulz mehrfach abfällig über Schmoller geäußert haben und auch gedroht haben, ihm eins auszuwischen. Außerdem gibt es dann noch den arbeitslosen Schauspieler Arno Wester. Der soll sich am Tattag im Foyer des Kinos heftig mit Schmoller gestritten haben. Das bestätigen auch mehrere Augenzeugen.
12:19
Und Verdächtiger Nummer 4, noch ein ehemaliger Angestellter des Mercedes-Palast, Zeugenaussage des Regina Organisten des Kinos, der zum Tatzeitpunkt hinter der Bühne stand und er sah.
12:33
Eine männliche Person im schnellen Schritt hervorkommen. In dieser Person glaubte ich bestimmt, einen früheren Bühnenmeister des Mercedes-Palasts, Karl Urban, erkannt zu haben. Als der Mann mich sah, sagte er, guten Abend, beschleunigte seine Schritte noch mehr und fing schließlich die letzten zwei Schritte, ehe er den Ausgang der Bühne erreichte, an zu rennen. Sehr verdächtig. Allerdings, es gibt ein Problem. Der Zeuge ist unsicher, denn eigentlich kann das nämlich gar nicht sein. Soweit der Organist weiß, ist Karl, genannt Charlie Urban, gar nicht in Berlin.
13:08
Er ist wohl seit über zwei Jahren mit einer Artistentruppe auf Tournee in Amerika.
13:14
Ja gut, dann kann Kommissar Leichenmüller den ja von der Verdächtigenliste streichen. Oder?
13:20
Oder?
13:21
Komm, Regina, du auch noch. Oder?
13:24
Ja, hallo?
13:32
Na, ähse, wie jetzt, wie steht's?
13:34
Wer ist denn da?
13:36
Warte mal.
13:37
Nee, ich hab keine Lust auf so ein Spielchen.
13:39
Ach, Elsa, nun sei doch nicht so trübe. Ich bin's, der Charlie.
13:44
Charlie? Ich dachte, du bist lieber ein großen Teich.
13:47
Ich bin eben in Berlin angekommen. Ich dachte, ich spendier dir ein Getränk. Du willst doch bestimmt hören, wie es in Amerika war. Let's have a drink. Ach, weißt du, Charlie, nee, ich... Ach, komm, meine, in einer Stunde im Zentralkafé. Ich zahl auch. Ich bin flüssig.
14:03
Nee, nee, Charlie, lass mal. Ich hab echt keine Zeit. Mach's gut.
14:09
Vier Wochen vor dem Mord, Dezember 1930, kurz vor Weihnachten. Der gebürtige Dresdner und frühere Bühnenmeister aus dem Mercedes-Palast, den alle in Amerika glauben, ruft seine alte Bekannte Else an. Er ist nämlich längst zurück in Berlin und Else übrigens zufällig die Tochter eines Polizeiobermeisters.
14:31
Das bedeutet, schon am Tag nach dem Mord erfährt Kommissar Müller, dass er doch vier Verdächtige hat. Den Ex-Verlobten, den Gewerkschafter, den arbeitslosen Schauspieler und Charlie Urban. Und da Urban um die Tatzeit im Mercedes-Palast auch gesehen wurde, löst er den eifersüchtigen Ex auf Platz 1 der Verdächtigenliste ab.
14:52
Leichenmüller macht erstmal einen Background-Check, auch wenn er das sicherlich nicht so genannt hat. Karl Urban, geboren am 01.09.1897 in Neuseidnitz bei Dresden. Er ist jetzt also 33 Jahre alt. Sein Vater ist Straßenbahnschaffner, die Mutter Hausfrau und er hat zwei jüngere Brüder.
15:12
Eine kaufmännische Lehre bricht er ab, dient im Ersten Weltkrieg bei der Marine. 1920 wird er das erste Mal straffällig. Wegen schweren Diebstahls wird er zu insgesamt zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.
15:26
1923 heiratet er, die Ehe hält allerdings nicht lange und nach der Scheidung fängt Urban als Bühnenarbeiter an.
15:33
Unter anderem eben im Mercedes-Palast, wo er aber 1928 entlassen wird, weil man ihn verdächtigt, Material geklaut zu haben. Da könnte also noch eine Rechnung offen sein.
15:45
Er wechselt in den Titania-Palast, ein Kino an der Schlossstraße in Steglitz. Und dort haben zu dieser Zeit Trapezkünstler, die Nelson-Truppe, ein Gastspiel. Als einer der Akrobaten, der Nelsons verunglückt, übernimmt Urban kurzerhand die freigewordene Stelle des Fängers. Dann geht es für ihn über den großen Teich auf Tournee durch Amerika. Zwei Jahre, 168 Städte, Ende Dezember 1930 ist er zurück.
16:15
Und ermordet im Januar 1931 Ernst Schmoller?
16:24
Am Tag nach der Tat um 11 Uhr vormittags meldet Kommissar Müllers Truppe Vollzug. Sie haben Charlie Urban aufgespürt, mitten im Herzen Berlins, im Hotel Darmstädter Hof in der Friedrichstraße. Dort mietet er ein Zimmer.
16:38
Bei seiner Vernehmung wirkt Urban sehr gelassen.
16:41
Er kann es gar nicht gewesen sein, sagt er. Er hat ein Alibi. Er war zur Tatzeit, also gegen 21.45 Uhr, im Lokal des Hotels, in dem er wohnt. Das können etliche Zeugen bestätigen. Eine gewisse Frau Grüneberg und ihre Tochter zum Beispiel oder sein Kumpel Max Kalisch.
16:58
Er hätte im Lokal auch mehrere Telefonate geführt. Gegen 21.30 Uhr hat er zum Beispiel versucht, seine Verlobte Martha Schenk zu erreichen. Die ist Tänzerin und hat gerade ein Engagement in Leipzig. Und dieses Ferngespräch, das musste er ja schließlich beim Portier des Hauses anmelden, sagt er. Das lässt sich also nachprüfen und beweist seine Unschuld.
17:19
Berlin-Leipzig war 1931, also ein Ferngespräch. Interessant, Regina. Und das musste man anmelden. Man konnte nicht einfach in Leipzig anrufen.
17:31
Nein, zu dieser Zeit konnte man das tatsächlich noch nicht, auf jeden Fall nicht von Berlin nach Leipzig und da umgekehrt. Dafür war tatsächlich noch das Fräulein vom Amt zuständig. Und ja, sie musste dann eben viel, viel stöpseln und auf dieses Gespräch, was ja dann eben vom Fräulein vom Amt über mehrere Stationen vermittelt wurde, darauf musste man dann erst warten. Und das konnte auch mehrere Stunden dauern. Und in Berlin, aber innerhalb Berlins konnte man schon einfach wählen.
17:59
Innerhalb Berlins gab es schon lange den Durchwahlverkehr, also da brauchte man das Fräulein vom Amt nicht mehr. Es gab auch schon einige Städte, in die konnte man durchwählen, aber das waren noch ganz, ganz wenige.
18:11
Und dieses Ferngespräch, was hat das gekostet?
18:14
Naja, also billig war das nicht. Also eine Verbindung kostete drei Reichsmark. Also für drei Minuten drei Reichsmark. Und wenn man nur 20 Sekunden quatschte oder nur 30 Sekunden, wenn man nur kurz was sagte, kommen nächste Woche 15 Uhr mit dem und dem Zug an, dann musste man auch diese drei Reichsmark bezahlen. Es wurden immer drei Reichsmark berechnet für drei Minuten.
18:42
Da erzählt man noch ein bisschen was. Hat man die Zeit, ja. Ist es eigentlich normal, dass man damals, so wie Charlie Urban offenbar, dauerhaft in einem Hotel wohnt? Laut Akten hat er ca. 100 Mark im Monat verdient bei seiner Trapez-Truppe als Fänger und Hotel klingt ja erstmal immer teuer.
19:03
Naja, normal nicht, aber es ist durchaus üblich, dass das vor allen Dingen Schauspieler machten oder auch Artisten. Vor allen Dingen Leute, die nicht ständig in Berlin waren, die vor allen Dingen unabhängig sein wollten. Ja, die meisten konnten sich auch für nur ein, zwei Monate kaum eine Wohnung mieten. Das war durchaus gang und gäbe, dass man sich dann ein billiges Hotel suchte. Das haben ja auch viele berühmte Schriftsteller gemacht, die haben nur in Hotels gewohnt.
19:31
Billiges Hotel, kein Luxushotel.
19:33
Der Darmstädter Hof war da nicht das Adlon vermutlich.
19:36
Nee, vor allen Dingen der Darmstädter Hof, der war bekannt bei Artisten und da lebten tatsächlich nur Artisten. Die hatten sich da für ihr Gastspiel in Berlin eingemietet. Gar nicht weit vom Darmstädter Hof, das darf man ja jetzt auch nicht vergessen, war ja auch der Zirkus Busch. Und die hatten ja auch immer viele Gastspiele von vielen berühmten Artisten. Kurze Wege.
20:02
Zurück zum hauptverdächtigen Charlie Urban. Sein Alibi wird nämlich überprüft, dass mit der Telefongesellschaft es dauert. Aber die Zeugen, die Urban angegeben hat, die katapultieren Kommissar Müller wieder dahin, wo er angefangen hat. Auf Null. Denn die Artistin Paula Grüneberg und ihre Tochter Margot sagen aus.
20:24
Um die vermutliche Tatzeit hat Urban mit uns Abendbrot gegessen. Wir wissen genau, dass in der Zeit Urban das Lokal nicht verlassen hat.
20:34
Angeblich waren sie bis weit nach Mitternacht mit ihm zusammen im Lokal des Darmstädter Hofs.
20:40
Und das bestätigt auch der Artist Max Kalisch. Urban war den ganzen Abend dort. Deswegen steht Kommissar Müller jetzt vor einem Dilemma. Der Kinoorganist will Urban ja hinter der Bühne gesehen haben. Und zwar Minuten nach dem Mord. Ist das jetzt einfach ein Irrtum? Urban kann ja schließlich nicht an zwei Orten gleichzeitig sein.
20:59
Eine Waffe oder andere belastende Beweise werden bei der Durchsuchung von Charlie Urbans Hotelzimmer auch nicht gefunden. Also treffen die Ermittler die Entscheidung, sie lassen Urbans wieder laufen.
21:11
Allerdings nicht ohne Hintergedanken. Man entlässt ihnen, Zitat Akte, um in ihm den Glauben zu erwecken, die Sache sei für ihn erledigt. Aber das ist sie natürlich keineswegs.
21:23
Denn schnell stellt sich heraus, er ist der einzig Verbliebene auf der Verdächtigenliste. Die anderen kann Müller inzwischen ausschließen. Der eifersüchtige Ex-Verlobte, der arbeitslose Schauspieler, der Mann, der einen Betriebsrat gründen wollte. Sie haben Alibis.
21:38
Ja, und das hat Urban ja angeblich auch. Aber unser Leichenmüller, der hat da so ein Bauchgefühl. Und das wird umso stärker, als das Gutachten von der Ballistik kommt. Man sieht jetzt, wenn ihr uns zuschaut, ein Foto von den Patronen und in diesem Gutachten steht, nach dem Ergebnis der Untersuchung ist Schmoller mit hier nicht im Handel befindlicher amerikanischer Munition erschossen worden.
22:03
Urban ist vor gut vier Wochen aus Amerika zurückgekommen und Schmoller wurde mit amerikanischer Munition ermordet. Kommissar Müller vernimmt sofort Obans Artistentruppe, die Nelsons, mit denen er auf USA-Tournee war. Gesa Howard, Leiter der Nelson-Truppe, sagt aus.
22:22
Etwa Ende Oktober oder Anfang November 1930 hat sich Urban in Mansfield, Ohio, in Amerika eine Pistole für den Preis von 10 Dollar gekauft. Es war ein kleiner schwarzer Browning, auf dem Made in Austria stand. Munition hat er sich ebenfalls dort gekauft.
22:41
Ich nehme bestimmt an, dass er die Waffe mit nach Deutschland genommen hat.
22:45
Und ein anderer Nelson, Erich Heinitz, der nimmt nicht nur bestimmt an, der ist sich sicher, dass Urban die Waffe mitgenommen hat. Er erinnert sich an eine Diskussion, so einen kleinen Streit während der Überfahrt von Amerika nach Deutschland. Urban soll behauptet haben, man könne in Berlin eine Waffe tragen, ohne sich strafbar zu machen. Heinitz ist da anderer Meinung.
23:08
Können wir ja ganz schnell klären, den Streit. Wir haben ja Regina.
23:11
Wer hat recht? Eigentlich müsste man sagen, dass Urban nur falsch informiert war oder besser gesagt gar nicht informiert war. Kann man ihm auch nicht übel nehmen. Er war ja lange Zeit in den USA.
23:23
Es gab erst eine Registrierungspflicht oder ein sogenanntes Waffengesetz seit 1928. Also ab 1928 musste man einen Waffenschein haben, um eine Waffe tragen zu dürfen. Es war natürlich so, dass auch schon vorher viele Waffen im Umlauf waren in der Weimarer Republik. Das war so halb legal, denn nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages war ja Deutschland entwaffnet. Theoretisch hätte auch in der Zeit niemand eine Waffe tragen dürfen.
23:57
Ja, okay, die Theorie ist manchmal anders als die Realität, aber definitiv ab April 1928 war der Waffenbesitz praktisch verboten und wer eine Waffe haben wollte oder tragen wollte oder auch das bezog sich übrigens auf die Munition, der brauchte einen Waffenschein. Heißt, sofern er keinen Waffenschein?
24:20
hat, ist es illegal. Dann war es illegal, genau. Es ist allerdings kein Wunder, dass er dann im ersten Verhör beteuert hat, dass er gar keine Waffe besitzt und bei der Durchsuchung seines Zimmers wurde ja auch keine gefunden. Also ihm war offensichtlich sehr klar, dass das illegal ist. Nur ist die Frage, wo ist denn die Pistole aus Amerika? Die mutmaßliche Mordwaffe.
24:46
Nachdem klar ist, dass der Kinochef mit amerikanischer Munition erschossen wurde, wird Charlie Urban am 2. Februar festgenommen.
24:55
Und gibt jetzt auch zu, ja, seine Trapez-Kollegen sagen die Wahrheit. Er hat eine Waffe in Ohio gekauft und Munition und ja, die hat er auch mit nach Deutschland gebracht. Auf die Frage, warum er das nicht bei der ersten Befragung schon gesagt hat, sagt er, aus Angst. Aus Angst, wegen unerlaubten Waffenbesitzes Probleme zu bekommen. Er wusste also offenbar sehr wohl, dass das illegal war.
25:19
Ja, aber Regina hatte so viel Verständnis für ihn. Darum hat er angeblich auch vor ein paar Tagen seine Waffe auf dem Hinterhof des Darmstädter Hofs in den Mülleimer geworfen.
25:32
Was ja schon ziemlich blöd ist. Wenn es nicht die Mordwaffe ist, hätte ihn die Pistole ja auch entlasten können. Und genau das hält ihm Kommissar Müller jetzt auch vor.
25:41
Ja, da ist was dran, stellt Urban jetzt fest. Ja.
25:45
Aus dem Verhörprotokoll. Ja doch, das lässt sich feststellen, keine Sorge, Herr Urban.
25:59
Und zwar auf einer Deponie in Nauen. Kommissar Müller lässt den gesamten Müll des Hotels durchsuchen. Arbeiter breiten den Abfall in 20 cm dicken Schichten aus...
26:11
Aber leider, die Pistole bleibt verschwunden. Am gleichen Tag wird aber auch noch Charlie Urbans Bruder Erwin vernommen. Beruf übrigens Chauffeur. Flo, wie schreibt man nochmal Chauffeur?
26:24
In den Akten zumindest steht es so, wie man es spricht. Chauffeur, S-C-H-O-F-F-Ö-R. Und das finde ich ja sehr lustig.
26:32
Ich finde das so schön. Der Chauffeur sagt aus.
26:35
Ja, der sagt aus, dass sein Bruder Charlie ihm kürzlich eine alte Lederjacke geschenkt hat und dass er in der Jackentasche eine Patrone gefunden hat.
26:44
Jetzt haben sie ihn, ne? Also wenn diese Patrone mit den Projektilen am Tatort übereinstimmt.
26:49
Ja, aber Bruder Erwin hat die Patrone weggeschmissen, um, Zitat, sich und seinem Bruder Unannehmlichkeiten zu ersparen.
26:59
Also Leichenmöllers nächste Chance, Urban festzunageln, hat sich sofort wieder in Luft aufgelöst.
27:05
Und Charlie Urban ändert plötzlich im Verhör seiner Aussage. Er hat die Waffe ja gar nicht in den Mülleimer geworfen, fällt ihm jetzt ein. Am Tag, an dem Schmoller erschossen wurde, hatte er die Pistole schon gar nicht mehr. Und das, sagt er, kam so.
27:22
Drei Tage vor der Tat sitzt er, wie so oft, im Lokal des Darmstädter Hofs und da kommt eine, Zitat, große, dicke Frau an seinen Tisch. Das ist Käthe Jauch, Servierfräulein aus Hamburg und die ist zwar verlobt mit einem Ringkämpfer namens Bruno, aber sie hat großes Interesse an Charlie Urban. Urban gibt jetzt zu Protokoll.
27:44
Käthe war sehr zutunlich zu mir und sagte, dass sie mich liebte und eifersüchtig auf meine Braut wäre. Wenn sie eine Pistole hätte, würde sie uns, sich und mich, erschießen. Ist das dieses Lovebombing? So ähnlich. Urban weiter. Sie wolle mir alles geben, was ich von ihr haben und verlangen wollte. Ich war schnell in mein Zimmer gelaufen, hatte meine Pistole geholt und zeigte sie ihr im Scherz.
28:11
Ja klar, was sonst?
28:13
Als sie nach der Waffe greifen will, sagt er zu ihr, wenn du noch nie eine akrobaten Backpfeife bekommen hast, dann kannst du gleich eine kriegen.
28:21
Laut Akten ist eine akrobaten Backpfeife übrigens eine Backpfeife, von der man so schnell nicht mehr aufsteht. Also an Ketestelle würde ich mich schleunigst in einen anderen vergucken.
28:31
Das klingt toxisch. Aber? Bis halb vier am Morgen trinken die beiden dann trotzdem noch miteinander. Und dann geht Urban in sein Zimmer im vierten Stock. Er geht zur Toilette und als ich wieder in mein Zimmer kam, lag die dicke Käthe bereits ausgezogen in meinem Bett und zwar vollkommen nackt. Ich sagte, sie solle sich anziehen und machen, dass sie hinauskäme. Sie zog sich dann Hemd, Schuhe und Strümpfe an und kam nochmal an mein Bett heran. Ich stieß sie wieder weg und schlief darüber ein.
29:02
Wer kennt es nicht?
29:04
Ja. Normaler Move. Am nächsten Morgen wacht Urban auf und merkt, die Pistole ist weg. Käthe muss die Pistole gestohlen haben.
29:13
Ja, da würde ich sagen, bestellt Kommissar Müller. Am besten mal schleunigst die Pistolendiebin aufs Revier.
29:22
Vorderhin ja auch. Haben Sie den Abend, als Sie mit dem O-Bahn nachher auf seinem Zimmer waren, davon gesprochen, dass Sie sich und O-Bahn erschießen würden, wenn Sie eine Waffe hätten?
29:36
Ja. Ja, ich hatte gesagt, dass wenn ich eine Kanone hätte, ich mich und ihn erschießen würde. Und richtig ist auch, dass ich dem O-Bahn gesagt habe, dass er von mir, als er könne von mir verlangen, was er wolle. Ich würde es ihm alles geben.
29:49
Wie ging der Abend dann weiter?
29:52
Na, irgendwann war mir ziemlich angetrunken. Und dann sind wir in sein Zimmer. Und als Urban zur Toilette ist, da habe ich mich ausgezogen und in sein Bett geweckt. Und dann? Na, er wollte Dinge, Dinge, die ich nicht wollte, sagen wir mal so. Und dann wurde er sauer und dann war mitgegangen.
30:11
Urban war also wach, als Sie hier gegangen sind? Ja, hellwach. Er sagt, er hätte geschlafen. Und Sie haben sich seine Pistole geschnappt.
30:22
Nee, nee, nee, nee, das nicht wahr. Aber Herr Kommissar, ich wünschte, ich hätte die Pistole genommen.
30:33
Was? Kannste dir nicht ausdenken. Käthe ja auch. Bestätigt so ziemlich alles, was Charlie Urban erzählt. Ich dachte, das wäre eine totale Räuberpistole. Sie sagt, ja, sie hat das alles gemacht, bis auf den Diebstahl der Waffe. Aber, und das ist ja völlig irre, sie wünschte, sie hätte die Waffe genommen. Denn, Erklärung, wenn sie sie mitgenommen hätte, sagt sie der Polizei, könnte sie die Waffe ja jetzt den Ermittlern geben und das Objekt ihrer Begierde, also Charlie Urban, dadurch entlasten.
31:03
Käthe Jauch glaubt also nicht, dass das die Mordwaffe ist. Die Polizei aber schon. Auch weil inzwischen immer mehr dafür spricht, dass Urban der Täter ist. Sein Alibi fällt nämlich ganz langsam in sich zusammen. Er war ja angeblich im Lokal des Hotels mit seinem Freund Max und Mutter und Tochter Grüneberg.
31:24
Max Kalisch, der noch vor ein paar Tagen Stein und Bein geschworen hat, dass er den ganzen Abend mit seinem Kumpel Urban im Lokal war, gibt plötzlich zu, dass er ihn vielleicht doch nicht den ganzen Abend durchgängig im Blick hatte.
31:36
Und Paula und Margot Grüneberg sind sich bei längerer Überlegung plötzlich auch nicht mehr so sicher, was die Uhrzeit angeht. 21.45 Uhr Tatzeit, vielleicht war es jetzt also doch dann 22 Uhr, als Urban bei ihm am Tisch saß, man weiß es nicht mehr genau.
31:53
Und der Anruf bei der Verlobten, das Ferngespräch nach Leipzig, die Auskunft der Telefongesellschaft ist endlich da. Der Anruf fand nicht um 21.30 Uhr statt, wie Urban behauptet hatte, sondern erst um 22.46 Uhr. Eine ganze Stunde nach dem Mord. Genug Zeit, um vom Tatort in Neukölln zurück ins Hotel nach Mitte zu fahren.
32:19
Urban wird jetzt täglich mehrere Stunden verhört. Er bleibt aber stur bei seiner Aussage. Er war es nicht. Er war im Darmstädter Hof. Die Presse verpasst ihm auch einen Spitznamen. Der Mann mit den eisernen Nerven. Urban drückt im Verhör nämlich so richtig auf die Tränendrüse. Das alles, also die Verhaftung, das kommt nämlich für ihn zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. Ja, im Protokoll steht, wir stehen vor der Hochzeit, fünf Tage vor der Hochzeit. Ich würde mir so wenig daraus machen, wenn ich das Mädel nicht lieb hätte.
32:53
Es ist doch nichts Alltägliches mit dem Mädel. Und dann ist da vermerkt, Urban weint. Dann sagt er, gestern haben wir uns noch alles ausgemalt, was wir alles machen wollen. Dann ist da wieder vermerkt, Urban weint und stöhnt. Musik
33:12
Haben wir eigentlich schon erwähnt, dass Urban vorbestraft ist? Ja. Wegen Diebstahls? Ja. Und warum er geklaut hatte damals, Anfang der 20er Jahre?
33:21
Nein.
33:23
Um die Hochzeit mit seiner ersten Frau zu finanzieren. Ha.
33:27
Das könnte ein Muster sein. Ist Urban deswegen in den Mercedes-Palast gefahren, um Geld für die bevorstehende Hochzeit zu organisieren? Die soll nämlich richtig pompös werden. 40 Gäste sollen kommen, Essen und Trinken bis zum Umfallen soll es geben. Das erzählt er zumindest alles so im Verhör.
33:46
Am 5. Februar, wir sind jetzt also gut zwei Wochen nach der Tat, wird Charlie Urban aus dem Polizeigefängnis an den Tatort, also in den Mercedes-Palast gebracht. Nachts nach 0 Uhr, man will den Kinobetrieb schließlich nicht stören.
34:02
Im Mercedes-Palast warten die Angestellten des Kinos und 18 junge Männer. Allesamt in Obans Alter, also alle so um die 30, alle in ähnlicher Kleidung. Kleidung, die Oban getragen haben soll, als der Organist ihn hinter der Bühne gesehen haben will, also ganz kurz nach dem Mord.
34:19
Eine Gegenüberstellung. Alles wird genau so nachgestellt, wie es sich am Tatabend abgespielt haben soll. Die 18 jungen Männer sind übrigens Freiwillige der Neuköllner Sportfreunde. Den Verein gibt es bis heute 1907 gegründet. Schöne Grüße mal nach Neukölln. Also die Sportfreunde und Charlie Urban gehen jetzt einer nach dem anderen den Weg, den Urban laut Zeugenaussage nach dem Mord genommen hat im Kino.
34:46
Kann der Kinoorganist Charlie Urban identifizieren?
34:50
Kann er. Sogar mehrfach. Das Ganze wird etliche Male wiederholt und jedes Mal zeigt er auf Urban. Und auch andere Angestellte des Kinos, die Urban nicht von früher kennen, die sagen jetzt, den haben wir am Abend des Mordes im Mercedes-Palast gesehen. Kommissar Müller schreibt einen Zwischenbericht mit Gründen, warum Urban dringend tatverdächtig ist. Erstens die amerikanische Munition, diese entsorgte Waffe und die Lügengeschichten darüber, wo sie ist.
35:18
Zweitens die Alibis, die nun doch ja keine mehr sind.
35:22
Drittens die Tatsache, dass er früher im Mercedes-Palast gearbeitet hat und sich dort bestens auskennt. Er zum Beispiel genau weiß, wann die Abrechnung gemacht wird.
35:30
Und viertens, gar nicht unentscheidend, die Geldsorgen. Laut eigener Aussage besitzt Charlie Urban zur Zeit seiner Verhaftung nur noch 15 Pfennige. Aber, wie wir ja gerade erfahren haben, er braucht Geld für die anstehende pompöse Hochzeit. Rund 650 Mark soll diese Hochzeit kosten, sagt er den Beamten.
35:52
Also nach Hochzeit sieht es wirklich gerade nicht aus. Regina, hat der Kommissar Müller jetzt nicht eigentlich genug Beweise? Was braucht er denn noch?
36:01
Wenn man es genau nimmt, hat er ja im Grunde noch gar nicht so viele Beweise. Er hat Indizien, aber keine Beweise. Also Unterschied, ein Indiz ist ein Hinweis, ein Beweis ist ein Nachweis. Und gut, Urban war im Mercedes-Palast, aber er hätte ja auch aus einem ganz anderen Grund da sein können. Also das ist ja eben, das ist kein Beweis, dass er Schmoller umgebracht hat. Nur die Tatsache, dass er eben im Haus war.
36:30
Und das würde einem einfach dann im Prozess um die Ohren fliegen, ne?
36:34
Also ein cleverer Anwalt würde dem Kommissar Müller das um die Ohren hauen, ja klar.
36:40
Was wäre Müllers Lieblingsvariante, wie die Sache jetzt weiterläuft? Was braucht er? Worauf arbeitet er hin?
36:48
Ein Geständnis.
36:50
Er braucht unbedingt ein Geständnis. Das ist immer das Sicherste und worauf auch jeder Kommissar im Grunde erpicht ist, ein Geständnis zu bekommen. Das ist auch schon bei seinem Lehrmeister bei Gennert so gewesen. Gennert wollte immer möglichst ein Geständnis. Dann war er auf der sicheren Seite.
37:07
Die Verhöre gehen also weiter. Müller redet jetzt mit Engelszungen auf Urban ein und macht genau das, was Regina ihm auch vorgeschlagen hat. Er sagt ihm, wenn er nicht gesteht, muss er damit rechnen, wegen Mordes verurteilt zu werden. Niemand weiß ja wirklich, was bei der Tat vorgefallen ist. Nur er war dabei und vielleicht würde sich das Ganze dann auch strafmildernd auswirken.
37:27
Ja, gar nicht blöd, aber ist das auch wirkungsvoll? Ich zitiere aus dem Protokoll.
37:33
Gegen 1.30 Uhr nachts verlangte Urban plötzlich, dass seine Braut herbeigeholt werden sollte. Er sagte dabei, es täte ihm leid, dass er uns so viel Arbeit gemacht hätte und er wollte nun endlich sich und uns Ruhe verschaffen. Wir sagten ihm, dass wir seine Braut jetzt nur aus dem Bett holen könnten, wenn die Sache irgendwelchen Zweck hätte, also wenn ein Geständnis zu erwarten wäre. Er sagte, er wolle alles von der Stellungnahme seiner Braut abhängig machen.
38:03
Er wolle ihr die Frage vorlegen, ob sie einen Menschen, der aus Liebe zu ihr getötet hätte, fallen lassen oder sie ihm die Treue halten würde.
38:15
Das ist ja schon fast ein Geständnis.
38:18
Müller klingelt Martha Schenk, Urbans Verlobte, also aus dem Bett, telefonisch, und erklärt ihr die Situation, sie soll aufs Revier kommen und wenn Urban den Mord gesteht, aber bloß keine Szene machen.
38:31
Denn wenn Martha verspricht, ihn nicht zu verlassen, dann gesteht er, das hat er ja gerade gesagt.
38:37
Martha Schenk kommt also ins Präsidium. In den Akten ist die Szene etwas umständlich formuliert, aber offenbar bestätigt Martha den Beamten, ja, ich bleibe bei ihm, auch wenn er einen Mord begangen hat. Und genau das richtet Müller, laut Protokoll jedenfalls, Urban im Verhörraum von seiner Verlobten aus.
38:54
Es ist der 7. Februar, halb drei Uhr morgens. Der Mann mit den eisernen Nerven gibt auf.
39:00
Musik Urban lässt sich Papier und Stift geben und beginnt zu schreiben. 24 Seiten. Das handgeschriebene Geständnis liegt im Original in den Ermittlungsakten und klingt so gar nicht nach kaltblütigem Mörder. Urban schreibt...
39:21
Berlin, 7. Februar, in der Nacht zu meiner Hochzeit. Sehr geehrter Herr Kommissar Müller, im Voraus danke ich Ihnen für Ihr menschliches Entgegenkommen und für die Behandlung, die Sie und Ihre werten Beamten einem Menschen zuteilwerden ließen, der unter schwerstem Verdacht steht, einen seiner Mitmenschen umgebracht zu haben.
39:40
Er schildert dann ziemlich herzzerreißend, wie er seine Verlobte kennengelernt hat, wie sie zusammen Zukunftspläne geschmiedet haben. Dass seine Zukunftige leider glaubt, er wäre ein gemachter Mann, also hätte richtig Geld. Aber in Wahrheit ist er ja total pleite. Das Motiv für die Tat. So geht das. Über 17 Seiten. Und dann endlich mal zur Sache.
40:05
Ich komme jetzt zum schwärzesten Tag meines Lebens. Also schreibt Urban.
40:10
Mir war es so trostlos ums Herz, ich kann es nicht beschreiben. In all meiner Verzweiflung fiel mir der Mercedes-Palast ein. Es setzte sich der Gedanke fest, da ist doch der alte Silbermann. Wenn ich dem alten Herrn eine anständige Pfote, also eine Akrobatenbackpfeife, gebe, komme ich mühelos zu Geld. Ich ging in mein Zimmer und holte meine Pistole.
40:35
Der alte Silbermann?
40:37
Der war vor Ernst Schmoller, Geschäftsführer im Mercedes-Palast, zu der Zeit, als Urban dort gearbeitet hat. Und Urban geht fälschlicherweise davon aus, dass er dort immer noch Chef ist. Er fährt also zum Mercedes-Palast und sieht dort angekommen auf dem Hinterhof die zwei Kassiererinnen, die offenbar gerade die Einnahmen abgeliefert haben. Er kennt ja die Abläufe dort.
41:00
Als ich die Treppe zum Büro hinaufging, ob ich langsam oder auf Zehenspitzen gegangen bin, kann ich nicht sagen, hatte ich furchtbares Herzklopfen und war sehr erregt.
41:09
Er öffnet die Tür.
41:11
Welch Schreck! Da stand mir ein völlig fremder Mann gegenüber. Ernst Schmoller. Der fremde Mann kam auf mich zu. Ich zog, ich weiß nicht wie es kam, meine rechte Hand, in der ich die Pistole hatte, aus der Manteltasche und es fiel ein Schuss.
41:27
Mir wurde es so furchtbar heiß. Ich fing an zu zittern, hatte die Pistole noch immer in der Hand und wollte raus. Plötzlich fiel noch ein Schuss, direkt vor mir. Ich spürte den Luftdruck und wusste nicht mal, dass der Schuss von meiner eigenen Waffe war.
41:41
Also alles ein Versehen, ein Unfall? Urban schildert dann, wie er abhaut. Durchs Kino, vorbei am Organisten, raus auf die Straße und zurück Richtung Darmstädter Hof. Ihm ist klar, er muss die Waffe loswerden.
41:56
Gegen 22 Uhr steht er auf der Weidendammerbrücke. Das ist die Brücke über die Spree hinterm Bahnhof Friedrichstraße.
42:03
Die Brücke am Grill Royale, am Promirestaurant, wo Florian Prokop mal gearbeitet hat. Ich warte immer noch auf den Podcast Geschichten aus dem Grill Royale.
42:11
Grüße gehen raus an Schubi, bester Mann. Und zu dem Rest habe ich leider eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben. Es gibt also was zu verschweigen. War eine sehr würdevolle Zeit. Egal. Dort, jedenfalls behauptet Urban, versenkt er die Tatwaffe in der Spree.
42:26
Taucher suchen später den gesamten Bereich ab und finden nichts. Wäre vielleicht auch was für diese Magnetangler, die E-Roller aus der Spree ziehen heute. Meldet euch gerne bei mir, dann zeige ich euch die Stelle.
42:37
Obern schlägt sogar vor, selbst nach der Waffe zu tauchen. Der wäre ein super guter Taucher. Kommissar Müller lehnt das Angebot allerdings dankend ab. Urban schließt sein schriftliches Geständnis mit den Worten. Nun, meine Herren der gesamten Mordkommission, ich bitte hiermit um Verzeihung für die nervenaufreibende Arbeit, die ich Ihnen bereitet habe. Dass Sie fern von Ihren Familien nachts mit dem Auto durch die Straßen sausten und ich Ihnen den Schlaf fortnahm, in der Hoffnung, ein mildes und gerechtes Urteil zu erhalten, verbleibe ich, Ihr dankbarer Karl Charlie Urban.
43:15
Liebe Regina, du hast ja schon den ein oder anderen Geständnisbrief gelesen. Der ist schon außergewöhnlich. Nimmst du ihm das ab oder ist das wirklich einfach nur der Versuch, auf ein mildes und gerechtes Urteil zu hoffen durch so viel, naja, sagen wir mal, Schleimerei?
43:35
Es ist natürlich schwer zu sagen, also ich möchte ihm jetzt hier nichts vorwerfen oder einfach hier voreilige Schlüsse ziehen, aber ja, also für mich klingt es eher wie so wirklich der verzweifelte Versuch, noch das Beste rauszuholen.
43:50
Also dass es zumindest so klingt wie, nicht wie vorsätzlicher Mord, sondern wie eine Affekt-Tat.
43:57
Und ist denn sein Geständnis jetzt eigentlich so, wie Kommissar Müller es ihm ja versprochen hat, ein Vorteil oder hätte er vielleicht doch lieber schweigen sollen?
44:07
Es sieht ganz so aus, als könnte das durchaus ein Vorteil sein für Urban. Denn ja, auch für ihn steht ja sehr viel auf dem Spiel. Also entweder lebenslänglich, wenn es ein vorsätzlicher Mord war oder bei einer Affekttat. Ja, dann gibt es auf jeden Fall eine mildere Strafe und darauf ist ja natürlich aus.
44:29
Und es sah ja nicht gut für ihn aus. Also dass er doch mal ganz seinen Kopf aus der Schlinge zieht, war zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich eher unwahrscheinlich.
44:37
Das war ja fast total unwahrscheinlich, denn es gab ja tatsächlich viele Indizien. Aber für Müller war es auch gut, dass es jetzt kein Indizienprozess wird, denn das ist immer eine ganz undankbare Angelegenheit, die meistens nicht so gut ausgeht für die Polizei.
44:55
Meistens aber umso besser für die Angeklagten. Urban hatte ja das Glück, dass er einen sehr cleveren Anwalt hatte, nämlich den Doktor Doktor, den Doppeldoktor Erich Frey. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das ist aber eine Spekulation von mir, dass Frey ihm das geraten hat, das Eingeständnis abzulegen.
45:17
Wir erfahren ja gleich, wie es ausgeht. Das Irre ist übrigens, dass Urban angeblich vor lauter Aufregung über den Mord oder aus seiner Sicht Unfall nicht eine müde Mark von den Kinoeinnahmen mitgenommen hat. Es fehlten ja über 800 Mark aus der Kasse, als man Ernst Schmoller gefunden hat.
45:38
Und die Ermittler können ihm das Gegenteil auch nicht beweisen. Sie können keine größeren Ausgaben belegen, die dann nachweisen würden, dass Urban nach der Tat eben viel Geld ausgegeben hätte.
45:47
Und die Ermittler müssen eingestehen, es waren nach der Tat so viele Menschen im Büro des Geschäftsführers. Es herrschte so ein Chaos. Vielleicht hat die 800 Mark auch einfach ein anderer geklaut.
45:59
Und dann, wenn man denkt, Fall erledigt, Tagen an der Sache, Mörder geschnappt, hast du Lust auf einen Plottwist kurz vor Ende? Immer. Was, wenn doch alles ganz, ganz anders war?
46:16
Was, wenn nicht Charlie Urban, sondern sein Bruder den Kinochef ermordet hat? Klingt das zu absurd jetzt.
46:24
Ja, aber etwa ein Monat nach dem Geständnis ruft mitten in der Nacht Herbert Urban, der jüngste der drei Urban-Brüder, bei Charlie Urbans Verlobter an und sagt zu ihr, Martha, ich war's. Ich bin der wahre Täter. Mein Bruder will mich nur beschützen.
46:44
Natürlich wird Herbert Urban dann sofort aufs Revier gebracht. Da sagt er dann aus, dass er Charlie am Abend des Mordes zufällig am Mercedes-Palast gesehen hat und dass er ahnte, dass sein Bruder etwas im Schild geführt. Also ist er ihm ins Büro von Schmoller gefolgt.
47:01
Er kommt in dem Moment dazu, als Charlie gerade die Waffe zieht und auf Schmoller richtet. Herbert in Panik versucht ihm, die Waffe aus der Hand zu schlagen. Und dabei löst sich der Schuss. Schmoller geht zu Boden. Es war ein schrecklicher Unfall und alles Herberts Schuld.
47:19
Und warum hat Charlie Urban das nicht gleich gesagt?
47:24
Antwort, weil es nicht stimmt. Charlie Urban bestreitet nämlich jede Beteiligung seines Bruders. Es ist mir unerfindlich, warum sich mein Bruder fälschlich der Mittäterschaft beschuldigt. Vielleicht bildet er sich ein, er könnte mir durch sein falsches Geständnis helfen. Die Polizei schickt Herbert Urban nach Hause. War ein netter Versuch.
47:45
Die Gerichtsverhandlung gegen Karl Charlie Urban beginnt am 4. Mai 1931. Schon nach zwei Tagen fällt das Urteil. Der Angeklagte wird wegen Totschlags in Tateinheit mit unerlaubtem Waffenbesitz zu einer Zuchthausstrafe von acht Jahren verurteilt.
48:04
Und warum nicht Mord? In der Weimarer Republik muss ein Täter mit vorangegangener Überlegung gehandelt haben, um des Mordes verurteilt zu werden. Man sieht es also als erwiesen an, dass Urban zwar mit dem Vorsatz in den Mercedes-Palast gefahren ist, Silbermann zu töten, also den ehemaligen Geschäftsführer.
48:22
Aber den Vorsatz hatte er für Silbermann gefasst.
48:25
Nicht für Ernst Schmoller.
48:27
Mit dem hatte er ja gar nicht gerechnet. Diese neue Situation, einen unbekannten, deutlich jüngeren, kräftigeren Gegner vor sich zu haben, ändert alles. Laut Gericht jedenfalls. Aus dem Urteil. Es besteht psychologisch die Möglichkeit, die zugunsten des Angeklagten gewertet werden muss, dass der Anblick Schmollers ihn verwirrte und seine bereits vorhandene Erregung so steigerte, dass seine Überlegung aussetzt.
48:55
Soll heißen.
48:56
Hätte da Silbermann gesessen und er hätte ihn erschossen, Mord mit Überlegung, im schlimmsten Fall Todesstrafe. Jetzt Schmoller erschießen, unüberlegt, Totschlag. Also die Tatsache, dass Urban im Büro des Mercedes-Palastes nicht den vorfindet, mit dem er gerechnet hat, bewahrt ihn jetzt vorm Todesurteil.
49:17
Regina hatte also recht. Das Geständnis hat sich für Charlie Urban am Ende doch gelohnt.
49:23
Habt ihr jederin gezweifelt? Nein, ich nicht. Danke, Regina. Wir hören uns in zwei Wochen wieder. Und kleine Info noch zum Schluss. Martha Schenk, die Verlobte von Charlie Urban, die wollte ihn weiterhin heiraten. So, wie sie es versprochen hatte. Zur Not auch im Gefängnis. Aber Charlie Urban hat sich dann von ihr getrennt. Ohne ihn wäre sie besser dran.
49:48
Vermutlich hatte er recht.
49:49
Vermutlich.
49:50
Jetzt ist die Folge zwar aus, aber ich kann mir vorstellen, dass ihr gerne noch mehr wollt, oder? Und länger in dieser Berlin-Crime-20er-Jahre-Welt bleiben wollt.
49:58
Wie gut, dass wir wissen, worauf ihr steht. Und wir haben noch mehr. Ein Tipp für eure süßen Öhrchen, nämlich ein Hörspieltipp.
50:05
Ja, das Hörspiel zu Babylon Berlin. Haus Vaterland.
50:09
Passend. Zum Start der finalen Babylon Berlin Staffel im Fernsehen und in der Cook Mediathek. Eben jetzt auch für die Ohren bei ARD. So sollen wir es sagen, hat die ARD uns gesagt.
50:21
ARD Sounds Hausvaterland.
50:27
Crime History ist ein Podcast vom rbb. Produziert von Bose Park Productions. Moderation Jana Falkenstein und Florian Prokop.
50:38
Redaktion Dörte Kaspari und Jörg Simon. Story und Recherche. Laila Melis und Lena Neff. Kamera, Ton, Schnitt, Kaha Gazarian und Alexander von Wagen. Projektleitung Bosepark, Jelena Berner. Producer Bosepark, Suholder und Chris Guse. Distribution, Nina Klippel und Lea Steinbach. Produktionsleitung, RBB, Tatjana Wilbus.